Marco Westermann - 28 Nov 2017

Neuerungen bei der Riester-Förderung

Welche Vor- und welche Nachteile hat die
Riester-bAV?

  • Abschaffung der Doppelverbeitragung und höhere Grundzulage
  • Riester in der bAV gewinnt an Attraktivität
  • Riester-Förderung privat oder betrieblich nutzen?

Handlungsbedarf

  • Für wen lohnt sich Riester-bAV?
  • Riester privat oder im Rahmen der bAV nutzen?
  • Welche Vor- und welche Nachteile hat die Riester-bAV?

 

Artikel

Die sogenannte Riester-Förderung der Altersversorgung ist für große Bevölkerungsgruppen überaus attraktiv. Sie stellt eine kombinierte Förderung aus Grund- und Kinderzulagen sowie der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Beiträge im Rahmen von § 10a EStG dar.

Auch im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann die Riester-Förderung genutzt werden. Hierfür kommen die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds in Frage. Allerdings hat die Riester-Förderung im Rahmen der bAV bisher keine nennenswerte Verbreitung gefunden.

Ein entscheidender Grund hierfür liegt in der sogenannten Doppelverbeitragung. Dies bedeutet, dass sowohl die Beiträge zu einer Riester-geförderten Vorsorge aus individuell versteuertem und mit Sozialversicherungsbeiträgen belegtem Einkommen aufgebracht werden müssen, als auch die Versorgungsleistungen der Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (KVdR) unterliegen. Letzteres gilt jedoch grundsätzlich nur für die bAV. Leistungen aus privaten Riester-Verträgen unterliegen hingegen – mit Ausnahme von freiwillig in der KVdR-Versicherten – nicht der Beitragspflicht in der KVdR. Diese Doppelverbeitragung machte eine betriebliche Riester-Rente in den meisten Fällen unattraktiv.

Mit dem Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) am 1. Januar 2018 behebt der Gesetzgeber diesen Geburtsfehler der betrieblichen Riester-Rente. Er schafft die Doppelverbeitragung ab. Zwar sind die Beiträge weiterhin aus versteuertem und verbeitragtem Einkommen aufzubringen, die Versorgungsleistungen unterliegen aber nicht mehr der Beitragspflicht in der KVdR.

Ebenfalls mit Inkrafttreten des BRSG wird die Grundzulage von 154 EUR p.a. auf 175 EUR p.a. angehoben. Bei den Kinderzulagen und dem Sonderausgabenabzugsbetrag nach § 10a EStG gibt es keine Änderungen.

Für die Nutzung der Riester-Förderung im Rahmen der bAV kommen nur die o.g. Durchführungswege in Betracht. Die jeweiligen Tarife sind nicht zertifizierungspflichtig nach dem AltZertG. Zu beachten ist, dass die betriebliche Riester-Rente nicht für wohnwirtschaftliche Zwecke im Sinne von §§ 92 a und 92b EStG genutzt werden kann.

Wie bei nach § 3 Nr. 63 EStG geförderten Versorgungszusagen über eine Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds ist auch bei der Riester-Förderung der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und Beitragszahler.

Zwar ist „Riester in der bAV“ bereits seit 2002 grundsätzlich möglich, die Kombination aus bAV und Riester wird aber erst ab 2018 wirklich attraktiv. Doch wie stellt sie sich im Vergleich zur steuerlichen Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG dar, was ist bei der Administration zu beachten u.s.w.?

Bei der Beantwortung dieser und anderer Fragen unterstützt die Talanx Pensionsmanagement AG gerne.