Christel Mayer - 28 Jul 2023

Studie: Lebenslange Rentenleistungen

Das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (IFA) hat in einer aktuellen Studie die Rolle der lebenslangen Rente in der geförderten Altersvorsorge untersucht und starke Belege für die Bedeutung einer Rentengarantie zusammengetragen.

Der Wert einer lebenslangen Rente wird oft unterschätzt
Bei vielen Menschen bildet der Verzehr des angesparten Kapitals eine wichtige Quelle zur Sicherung des Lebensstandards im Alter. Eine legitime Planung, die allerdings auf zwei Unbekannten fußt: Zum einen stellt sich die ungewisse Frage der Lebenserwartung, zum anderen die unbestimmte Komponente der Renditeerwartung.

Genau hier setzt der Vorteil einer kapitalgedeckten, lebenslangen Rentenversicherung ein. Diese bietet im Alter eine deutlich größere finanzielle Planungssicherheit als Fondsentnahmepläne. Niemand weiß, wie alt er wird. Dennoch muss sichergestellt sein, dass regelmäßig und lebenslang auftretende Ausgaben dauerhaft finanziert sind.
Der Praxisvergleich hinkt häufig
Stellt man einem fondsgebundenen Entnahmeplan eine Rentenversicherung gegenüber, dürfen jeweils nur die garantierten oder die erwarteten Leistungen miteinander verglichen werden. Bei einem Vergleich der garantierten Leistungen (theoretische Untergrenze) ist die lebenslange Rente immer überlegen, weil der Fondsentnahmeplan gar keine garantierte Leistung aufweist. Bezieht man die möglichen Leistungen in die Betrachtung mit ein, haben Fondsentnahmepläne den Vorteil, dass höhere Entnahmen darstellbar sind und dass bei Tod ein eventuell noch vorhandenes Restvermögen an die Hinterbliebenen vererbt werden kann. Im Gegenzug besteht das Risiko, dass man länger lebt, als das Geld reicht. Somit sind diese Alternativprodukte nicht kalkulierbar, um ein lebenslanges Einkommen zu sichern.


Quantitative Bewertung des Risikos
Die Entnahmepläne mit Kapitalverzehr zu einem theoretischen Endalter fußen stets auf einer gleichmäßig erwarteten Rendite. Ein wichtiger Faktor in diesem System ist jedoch die Volatilität einer Fondsanlage. Die Studienautoren haben in ihren Untersuchungen die Wahrscheinlichkeiten beziffert, wann das Geld vorzeitig ausgeht.

Beispiel: Eine 65-jährige Person kalkuliert einen Entnahmeplan auf Alter 90 Jahre mit einer erwarteten Rendite von 6 %. Berücksichtigt man die marktüblichen Schwankungen (Volatilität) bei einer durchschnittlichen Rendite von 6 %, so ist die Dauer, die das Geld reichen wird, aus heutiger Sicht zufällig. Die Wahrscheinlichkeit, dass der gewünschte Beitrag wirklich bis zum Alter 90 entnommen werden kann, beträgt lediglich 32,4 %. Hinzu kommt die Wahrscheinlichkeit, dass man länger lebt, als das Geld reicht. Diese beträgt nach Sterbetafeln des statistischen Bundesamtes für Männer fast 50 % und für Frauen über 55 %.

Fazit
Fondsentnahmepläne bieten - insbesondere bei finanziell Schwächeren - keine verlässliche Alternative, um lebenslanges Einkommen zu generieren. Nur eine lebenslange Rente sichert das finanzielle Risiko aus der Unplanbarkeit der Lebenserwartung ab.
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